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Die Vereinsgeschichte in 75 Jahren
Eigentlich wären es in diesem Jahr nicht nur 75, sondern schon 88 Jahre, daß der Kleintierzüchterverein Leinfelden besteht, wenn damals im Jahre 1914, wenige Monate nach der 1. Gründungsversammlung nicht der I. Weltkrieg ausgebrochen wäre.
1. Gründungsversammlung
Vor 88 Jahren, am 11. Januar 1914, wurde in Leinfelden der erste Geflügel-, Vogel- und Kleintierzüchterverein gegründet. Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus zur Post statt.
Vorstand Friedrich Koch (Wagner); Kassier Adolf Mögle; Schriftführer Karl Reimold (Imker); Ausschussmitglieder Adolf Fleck, Jakob Koch, Friedrich Graf, Gottlob Stoll und Eugen Barth.
Der Verein zählte 11 Mitglieder. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug 25 Pfennig.
Protokoll
Das letzte Protokoll vom 10. Mai 1914 besagt, daß durch den bevorstehenden Weltkrieg 1914-1918 der Verein wieder auseinanderfiel. Die aus dem Krieg heimgekehrten Mitglieder hatten sich 1918 unserem Nachbarverein Echterdingen angeschlossen. Weitere neun Jahre vergingen, bis man am 18. Januar 1927 den zweiten Anlauf nahm und zur Gründungsversammlung wieder im Gasthaus zur Post zusammenkam.
2. Gründungsversammlung
Vorstand Karl Koch; Kassier Adolf Mögle; Schriftführer Karl Reimold (Imker); Ausschussmitglieder: Adolf Fleck, Jakob Koch, Friedrich Graf, Gottlob Stoll, Eugen Barth
Der Verein zählte 18 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag betrug 30 Pfennig.
Die erste, gut besuchte Ausstellung hatte der Verein im Jahre 1928.
Schon damals gab es einen Wanderpokal mit Punktwertung. 1930 in Sindelfingen, 1931 in Bonlanden und 1932 in Leinfelden erreichte damals unser Verein bei den drei Ausstellungen die höchste Punktzahl und wurde Gewinner des Wanderpokals für Kaninchen. Eine anerkennenswerte Leistung die bislang noch von keinem der Fildervereine erreicht wurde. Die jährliche Lokalschau die meist im Dezember durchgeführt wird, wurde zu einem festen Bestandteil im Jahresprogramm.
Aus dem Kassenbuch von 1930
Urkunde der Lokalschau am 17. Februar 1932
Während des II. Weltkriegs von 1939-1945 ruhte die Vereinstätigkeit. Erst am 13. Dezember 1947 kam man zur ersten Versammlung im Gasthaus zur Post wieder zusammen und die Arbeit wurde fortgesetzt. Hermann Weinmann wurde zum zweiten Male zum Vorsitzenden gewählt. Die Mitgliederzahl ist angestiegen und bei den Ausstellungen war von Jahr zu Jahr eine Aufwärtsentwicklung festzustellen. Der Verein stabilisierte sich.
Festzug, ca. 1939
Umzug
1952 das 25-jährige Jubiläum
Willi Lederer wurde zum Vorsitzenden gewählt. Mit einer Jubiläumsschau wurde alles aufgeboten um der Bevölkerung einen Einblick in die Leistungsfähigkeit des Vereins zu geben. Seit 1950 war Gottlob Eckhardt als Schriftführer tätig.
Die Kassengeschäfte führte unser treuer Karl Graf, der sich noch lange Zeit danach als Unterkassier zur Verfügung stand.
Anfang der 50er Jahre erhielt der Verein von der Gemeinde einen Teil des "alten Steinbruchs" in Leinfelden zugewiesen. Dort befindet sich heute die Grundschule Süd. In Eigenleistung vieler Arbeitsstunden wurde ein großer Teil des Platzes eingeebnet und mit einer gekauften Baracke ein Züchterheim erstellt, wo sämtliche Sitzungen und Versammlungen abhalten werden konnten. Auch Käfige und sonstiges Vereinsinventar konnten wir dort unterbringen. Besonderer Höhepunkt waren aber die auf diesem Gelände durchgeführten "Jungtierschauen mit Lichterfest", für den Verein eine einmalige Werbung. Viele fanden den Weg zu uns und wurden Mitglied. Diese Idylle des "kleinen Killesberg", der Taufname stammt von unserem verstorbenen Ehrenmitglied und 2. Bürgermeister Ernst Reimold. Leider währte unsere Freude nur wenige Jahre. Den Planungen und der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes der Gemeinde, fiel das Steinbruchgelände zum Opfer.
Noch heute bedauert der Verein diesen Verlust, es war doch noch ein Stück Alt-Leinfelden. 1958 mußte auch das Vereinsheim abgebrochen werden. Ein Ersatz stand damals nicht zur Verfügung.
Schwabenband 1952